der runde würfel

13. November 2010

Das Punktemonster

Kategorie: Allgemein,Computer,Kurios,Privat — Schlagwörter: , , , , , , , , — bigfoot @ 10:19

Das kennt doch jeder. Man steht in der Schlange eines Supermarktes und wartet auf den Satz: “Haben Sie Ihre Payback Karte?”

In diesem Moment steigt der Blutdruck so stark, dass die Halsschlagader den Knopf am Kragen des Hemdes bis auf das Äußerste beansprucht.
Damit nicht genug. Dann kommt die Frage, bzw. die implizierte Antwort, subtil verfasst: “Sie sammeln bestimmt unsere Treupunkte?!”

Im Film würde man jetzt vermutlich seinen langen Trechcoat öffnen, eine Gatlink und eine tragbare Boden-Boden Rakete hervorzaubern. Oder die humanere Version; Man wird grün, wächst um einen Meter in der Länge und sprengt alles an Oberbekleidung zum Mars, weil sich der Brustkorb auf vier Meter Umfang erweitert. Wie Geschosse peitschen die Hemdknöpfe durch den Markt und zertrümmern Teile der Einrichtung.

Wo war ich stehen geblieben?? Ach ja in der Schlange. Gehen wir mal davon aus, in der Schlange befinden sich im Schnitt 6 Personen mit Einkaufswagen. Jeder einzelne wird gefragt. Im Idealfall ist die Karte Griffbereit neben der EC-Karte oder dem Bargeld. Dann dauert der Vorgang mir herauskramen, Scannen und wieder einpacken, 15 Sekunden. Peanuts ;) Doch viele beginnen einfach an zu suchen. Dann kann es gut und gerne auch mal 30 Sekunden dauern. Gehen wir mal von einem Schnitt von 20 Sekunden aus. Eine Kasse ist von 8-22 Uhr geöffnet. Das sind 14 Stunden. Eine Abwicklung eines Käufers, würde inklusive Scannen, finanzieller Smalltalk und Co, sagen wir zwei Minuten dauern. Je nach Zahlungsweise mal ein bisschen mehr, mal weniger. Die Kassiererin schafft  es also, mindestens 30 Kunden pro Stunde zu bedienen. 30 x 20 sind 600 Sek. Oder auch gesagt, dass 10 Minuten pro Stunde auf die Punktekarte und Treueaktionen fallen. Da die Kasse 14 Stunden geöffnet ist, kommen wir als auf 140 Minuten verschwendete Zeit. Naja, ein Supermarkt hier vor Ort hat 24 Kassen. Also entsteht der Filiale pro Tag durch die Punktekarte und Co., ein arbeitszeitlicher Schaden von 54 Arbeitszeitstunden pro Tag!!! Dieses Geld ist einfach durch den Aufwand von Personalkosten verbrannt.

Also kommt jetzt die Frage, was bekommt der Markt für das Aufwenden von 54 Stunden pro Tag? Ich denke, dass eine eigenständige Filiale so etwas nicht machen würde, wenn da nicht richtig die dicke Knete rüber wachst. Schliesslich sind die ja nicht das Rote Kreuz.

Also wenn es nur um die Rabatte und Punkte für den Konsumenten geht, dann kann dieses Geschäftsmodel “Zurückzahlen” nicht funktionieren. Diese umfassende Flut an Verbraucherdaten ist Gold wert, mehr noch, bares Geld. Zielgruppen orientierte Werbung mit einer Zielgruppendeckungn von einer derart hohen Qualität, wie sie zuvor nicht da war.

Also zückt eure Punktekarten ruhig weiter und lasst Euch vollständig profilieren und durchleuchten.

PS: Schon mal an Kreditkartentransaktionen oder EC-Terminals an den Kassen gedacht?

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